Xbox Developer Direct vs. State of Play: Wer hat das bessere Showkonzept?

Xbox zeigt, wie es geht: Weniger Show, mehr Inhalt. Sony? Mehr Trailer, weniger Sinn. Der wahre Showdown ist leider im Marketing-Dschungel, mit Hoffnung auf Besserung.

Niklas Bender
Freelancer und Editor-in-Chief bei PlayFront.de seit 2022. Liebe die PS5, zocke quer durch alle Genres und eine Schwäche für humorvolle Texte – Sarkasmus inklusive.
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Es ist wieder diese Zeit des Jahres, in der die großen Gaming-Plattformen ihre Präsentationen abfeuern – und was haben wir bekommen? Xbox Developer Direct und bald wohl einen von Sonys State of Play, und mal wieder zeigt sich, dass weniger manchmal tatsächlich mehr ist. Was Microsoft bei seiner Developer Direct-Show ablieferte, lässt Sony mit seinem State of Play ziemlich chaotisch dastehen. Dabei gab es zwischendurch mal gute Ansätze und nicht nur Roboter, die mit vollen Rohren auf uns schießen. An den Glanz eines echten PlayStation Showcases erinnert inzwischen ohnehin nur noch ein verschwommener Schatten in der Gaming-Geschichte.

Xbox Developer Direct mit Substanz

Zunächst mal: Xbox ist es gelungen, in 50 Minuten genau das zu liefern, was die Spieler wollen: handfeste Infos, echte Gameplay-Eindrücke und ein paar wirkliche Highlights. Xbox zeigte uns in dieser kurzen Zeit vier Spiele, und was für welche! „Ninja Gaiden 4„, „Doom: The Dark Ages„, „Clair Obscur: Expedition 33“ und „South of Midnight“. Sie nahmen sich Zeit für Entwicklereinblicke, die nicht nur informativ waren, sondern einem auch das Gefühl gaben, wie jedes einzelne Spiel funktioniert und was es besonders macht. Und ja, Überraschung: Man hat sogar einen Release-Termin für die meisten dieser Spiele! Was für ein Konzept! Man hat tatsächlich den Eindruck, als ob Microsoft weiß, dass wir als Spieler keine Lust auf Rätselraten und vage Versprechungen haben.

State of Play: Masse statt Klasse?

Sony hingegen? Nun, die haben zuletzt in nur 40 Minuten mehr als 20 Spiele abgefeuert – ja richtig, das sind maximal 2 Minuten pro Spiel. Klingt nach viel, oder? Leider nur auf den ersten Blick. Denn was haben wir bekommen? Trailer, die gefühlt genauso schnell wieder vergessen waren, wie sie abgespielt wurden. Und das oft zu einer Uhrzeit, wo der europäische Spieler nach einem langen Tag geistig schon abgeschaltet hat. CGI-Material, das uns eher in den Glauben versetzt hat, dass Sony die Art von Marketing liebt, die eher mit „Stimmung erzeugen“ als mit „echten Infos“ zu tun hat. Es gab gefühlt mehr Show als Substanz, als ob die Präsentation eher ein Wettbewerb im „Wie viele Spiele können wir in kürzester Zeit zeigen?“ war.

Und das Beste: Am Ende, nach all den Schnipseln, kommt meist der große Höhepunkt, das letzte Argument, dass die Show irgendwie cool sein muss. Eine „große Überraschung“, die dann im Blogpost mehr Fragen als Antworten aufwarf. Wann kommen die Spiele? Keine Ahnung. Wird das Spiel überhaupt erscheinen? Auch unklar. Wird es vielleicht einfach eingestellt? Auch das ist inzwischen oft eine Variable. Was bringt einem ein Event, wenn nach der Show alle nur mit Fragezeichen in den Augen zurückbleiben?

Der nächste State of Play wird vermutlich im Februar stattfinden. Vielleicht hat Sony ja inzwischen etwas von Microsoft gelernt und denkt jetzt: „Hmmm, weniger ist vielleicht doch mehr.“ Microsoft hat in diesem Vergleich das eindeutig bessere Showkonzept. Sie sind den Spielern näher, liefern mehr Inhalt und geben uns echte Einblicke – alles ohne die überflüssige Show, die eigentlich niemand braucht.

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